Weitergeben an kommende Generationen

Wenn am 1. Mai auf dem Eichenauer Hauptplatz der Maibaum aufgestellt wird, werden die Viertklässler der Starzelbachschule genau hinsehen. Mitglieder des Maibaumvereins haben ihnen alles rund um den Brauch erklären – die Kinder durften den Stamm sogar mit anmalen. Gebannt lauschen die Buben und Mädchen, wie Wolfgang Fiebig an einem kleinen Modell demonstriert, wie das mit dem Aufstellen mit langen Stangen funktioniert. „Bevor der Baum aufgestellt wird, erfolgt allerdings der Segen vom Pfarrer, dass wir alle gesund bleiben“, erklärt das Gründungsmitglied des Vereins. 

Drei Stationen sind in einer Halle in Gut Roggenstein für die Schüler hergerichtet. An einer erfahren sie, warum es diesen Brauch überhaupt gibt „Der Maibaum wird aufgestellt, um das Gemeinschaftsgefühl in der der Gemeinde zu stärken“, sagt Maximilian Schneider. Eine andere Gruppe wurde mit Handschuhen und Pinseln ausgestattet. Unter Anleitung von Linda John dürfen sie beim Grundieren des Original-Maibaums helfen. Stattliche 32 Meter gilt es zu bemalen, wie Helfer Franz Zirngibl erörtert. „Am 1. Mai sind die Schüler dann eingeladen, beim Fest mitzumarschieren. Sie sind quasi Teil davon“, sagt Lehrerin Ina Hammermann. Wissenswertes übers Brauchtum ist bei ihr Bestandteil des Unterrichts. Dass man den Kindern diesmal Brauchtum zum Anfassen bieten kann, freut den Vize-Vorsitzenden des Maubaumvereins, Benny Götzenberger, ganz besonders. 

„Die Pflege und der Erhalt ist wichtig.“ Seit 2006 organisiert der Maibaumverein das Aufstellen. Für die Zukunft ist Nachwuchs nötig.„Jeder ab 16 Jahren kann mitmachen.“ Alle drei Jahre wird der Maibaum in Eichenau aufgestellt. Immer dann organisiert Petra Festl die Veranstaltung mit den Schulklassen. Heuer ist ihr Sohn Konstantin mit von der Partie. Dem Zehnjährigen imponiert besonders die Zusammenarbeit aller Helfer beim Aufstellen. „Jeder muss seinen Teil erfüllen.“ Konstantin darf heuer mit Familie und Freunden sogar für eine Nacht die Maibaumwache übernehmen. Seinem Schulkameraden Quirin brennt eine Frage auf den Nägeln: „Hat schon mal der Blitz in den Maibaum eingeschlagen?“ Nach all den aufregenden Neuigkeiten und der Malaktion hat die Brotzeit allen Beteiligen prima geschmeckt.

Merkur vom 27.04.2018

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